Neue Alzheimer-Behandlung kehrt kognitive Abnahme bei Mäusen um — Hoffnung auf Durchbruch in Forschung zu Demenz und Gedächtnisverlust.

Neue Alzheimer‑Behandlungsstrategie kehrt kognitiven Abbau bei Mäusen um

Forscher haben eine neuartige Verbindung entwickelt, die die Art und Weise, wie wir Alzheimer‑Krankheit behandeln, verändern könnte, und nicht nur eine neue Waffe bietet, sondern potenziell eine neue Strategie zur Bekämpfung der weltweit häufigsten Form von Demenz.

Während aktuelle Medikamente für Alzheimer hauptsächlich darauf abzielen, die mit der Krankheit verbundenen Amyloid‑Beta‑Plaques zu entfernen, nimmt die neue Verbindung einen grundlegend anderen Ansatz. Sie richtet sich stattdessen auf ein bestimmtes Enzym, um das Epigenom von Neuronen therapeutisch umzuprogrammieren – eine Reihe von molekularen Markierungen, die zur DNA hinzugefügt oder daraus entfernt werden können, um die Arbeitsweise von Genen zu verändern.

Monoklonale Antikörper‑Medikamente wie lecanemab und donanemab, die Amyloid‑Beta‑Proteine anvisieren, helfen zwar etwas, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen, wenn die Behandlung früh begonnen wird, aber es gibt noch keinen nachgewiesenen Weg, den kognitiven Abbau bei Alzheimer beim Menschen umzukehren.

Therapien, die sich auf ein anderes Protein namens Tau richten, erweisen sich ebenfalls nicht als sehr effektiv.

Dies hat Forscher dazu veranlasst zu vermuten, dass wir Alzheimer‑Krankheit möglicherweise ganz falsch betrachten – wir konzentrieren uns auf Proteine, die ein Anzeichen der Krankheit sind, nicht aber auf die eigentliche Wurzelursache.

Die neue Verbindung, FLAV‑27, scheint in einem breiteren Sinne zu wirken, indem sie darauf abzielt, übergeordnete Veränderungen in der Genexpression zu beeinflussen, die dazu beitragen, das Fortschreiten der Krankheit auf mehrere Arten zu fördern – nicht nur über Protein‑Plaques.

Dies deutet auf eine neue epigenetische Strategie zur Behandlung der Alzheimer‑Krankheit hin, sagen die Forscher, mit dem Potenzial, den Krankheitsprozess zu verändern, da sie nicht nur seine Symptome oder einzelne pathologische Biomarker betrifft, sondern direkt die zugrunde liegenden molekularen Mechanismen.

FLAV‑27 ist das erste Inhibitor‑Molekül seiner Art, das ein Enzym namens euchromatische histon‑lysine N‑methyltransferase 2 (EHMT2) blockiert, auch bekannt als G9a.

G9a ist an der epigenetischen Regulation im Gehirn beteiligt und kann Gene, die für wichtige Aufgaben wie die Entwicklung von Gehirnzellen, synaptische Plastizität und Gedächtnisprozesse wichtig sind, stilllegen.

Durch die Hemmung von G9a scheint die epigenetische Dysregulation, die bei der Alzheimer‑Krankheit beobachtet wird, beruhigt zu werden, und die Funktion der Gehirnzellen wird wiederhergestellt.

Die neue Verbindung wurde bisher noch nicht am Menschen getestet – und wird es möglicherweise auch noch eine Weile nicht –, hat aber sowohl in Zellversuchen als auch in Studien an C. elegans (Fadenwürmern) und Mäusen vielversprechende Ergebnisse gezeigt.

Darüber hinaus stellte FLAV‑27 nicht nur die Schleusen‑Beta‑Plaques und verfilzten Tau‑Proteine in Zellkulturen von Mäusehirnen wieder her, sondern zeigte auch Anzeichen dafür, dass es einige der durch Alzheimer verursachten Schäden in anderen Tiermodellen verbessern kann.

In Mausmodellen sowohl der früh‑ als auch der spät einsetzenden Alzheimer‑Krankheit stellte FLAV‑27 auch die Gedächtnisleistung, das Sozialverhalten und die Funktion der Synapsen wieder her, die Signalknoten sind, welche die Gehirnzellen verbinden.

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