Paare teilen einen überraschenden Prozentsatz an Darmbakterien – mit möglichen Auswirkungen auf die Gesundheit
Paare teilen offenbar mehr als nur Mahlzeiten, Gewohnheiten und Lebensräume – sie teilen auch einen überraschenden Anteil ihrer Darmbakterien. Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Menschen, die zusammenleben, einen erheblichen Teil ihres Mikrobioms gemeinsam haben könnten, was potenziell Auswirkungen auf die Gesundheit hat.
Das menschliche Darmmikrobiom besteht aus Billionen von Mikroorganismen, die bei Verdauung, Immunfunktion und sogar bei der psychischen Gesundheit eine wichtige Rolle spielen. Wissenschaftler untersuchen zunehmend, wie soziale Interaktionen und gemeinsames Leben diese mikrobiellen Gemeinschaften beeinflussen.
Frühere Studien haben bereits gezeigt, dass Menschen, die im selben Haushalt leben, mehr mikrobielle Stämme teilen als Personen, die getrennt leben. Die neuesten Ergebnisse gehen noch weiter und zeigen, dass romantische Partner einen besonders großen Anteil an Darmbakterien gemeinsam haben können. Diese Ähnlichkeit kann mit der Dauer des Zusammenlebens, gemeinsamen Ernährungsgewohnheiten und enger körperlicher Nähe zusammenhängen.
Forscher erklären, dass diese mikrobiellen Überschneidungen sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben können. Einige Bakterien könnten gesundheitsfördernd sein und etwa die Immunfunktion verbessern oder Entzündungen reduzieren. Andere Mikroben könnten jedoch potenziell Risiken erhöhen, abhängig von der individuellen biologischen Veranlagung.
Die Ergebnisse deuten außerdem darauf hin, dass das Mikrobiom teilweise „übertragbar“ ist. Soziale Kontakte – insbesondere intensiver und langfristiger Kontakt wie bei Paaren – können dazu führen, dass sich mikrobielle Profile angleichen. In einigen Untersuchungen wurde festgestellt, dass ein beträchtlicher Anteil der Bakterienstämme zwischen zusammenlebenden Personen geteilt wird, während selbst weniger enge Kontakte kleinere, aber messbare Überschneidungen zeigen.
Diese Erkenntnisse könnten helfen zu erklären, warum bestimmte Gesundheitszustände in Haushalten oder Partnerschaften ähnlich auftreten. Da Veränderungen im Darmmikrobiom mit Erkrankungen wie Stoffwechselstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychischen Problemen in Verbindung gebracht wurden, könnte das Teilen von Mikroben auch zur gemeinsamen Gesundheitsentwicklung beitragen.
Wissenschaftler betonen jedoch, dass das Teilen von Bakterien nicht grundsätzlich gut oder schlecht ist. Die Auswirkungen hängen davon ab, welche Mikroben übertragen werden, sowie von Ernährung, Lebensstil und genetischen Faktoren. Weitere Forschung ist notwendig, um zu verstehen, wie stark diese mikrobiellen Austauschprozesse tatsächlich die Gesundheit beeinflussen.
