Man sagt manchmal, der menschliche Körper beherberge „zwei“ Gehirne – das große in Ihrem Schädel und die Mini-Version in Ihrem Darm. Die Brücke zwischen beiden ist als Darm-Hirn-Verbindung bekannt, und in den letzten Jahren hat sich diese wechselseitige Beziehung als vielversprechender Weg herausgestellt, um den kognitiven Verfall zu verlangsamen, der oft im Alter auftritt.
Eine aktuelle Überprüfung von 15 Humanstudien, die zwischen 2012 und 2025 veröffentlicht wurden, hat nun einige der bisher aussagekräftigsten Studien zu diesem Thema dargelegt. Selbst zusammengenommen sind die Ergebnisse vorläufig, aber sie deuten darauf hin, dass ein Ausgleich des Darmmikrobioms den kognitiven Verfall bei älteren Erwachsenen verhindern oder mildern kann.
Die Vergleichsgruppen erhielten ein Placebo, Standardbehandlung oder alternative Ernährungsinterventionen. Insgesamt zeigten diejenigen, die eine darmmodulierende Intervention erhielten, Darmmikroben mit größerer Vielfalt. Sie zeigten auch größere Verbesserungen bei Gedächtnis, exekutiver Funktion und globaler Kognition.
„Die überprüften Interventionen scheinen kognitive Vorteile zu vermitteln, indem sie die Darmmikrobiota und ihre Stoffwechselprodukte modulieren“, schlussfolgern die Autoren der Überprüfung, angeführt von Forschern in Italien und Spanien. Die Forschung deutet darauf hin, dass die Modulation der Mikrobiota in frühen Stadien wirksamer ist als bei fortgeschrittener Alzheimer-Krankheit.
Stuhltransplantationen sind hochmoderne, größtenteils experimentelle Verfahren, aber in der Überprüfung zeigten sie einige der bemerkenswertesten Ergebnisse. In einer überprüften Studie wiesen fünf Alzheimer-Patienten, die eine einzige Transplantation erhielten, später in Stuhlproben einen größeren Reichtum an Darmmikroben auf.
Einige neuere Zwillingsstudien haben beispielsweise herausgefunden, dass bestimmte Pflanzenfaser-Präbiotika, die „gute Bakterien“ im Darm fördern, die Gehirnfunktion bei älteren Erwachsenen steigern können.
In der aktuellen Überprüfung unterstützten mehrere kleine randomisierte Studien die Idee, dass probiotische und andere „synbiotische“ Interventionen „die exekutive Funktion, das Gedächtnis und die verbale Flüssigkeit verbessern, einhergehend mit einer erhöhten mikrobiellen Vielfalt und veränderten Neurotransmitterwegen.“
Es wird angenommen, dass einige von Darmmikroben produzierte Verbindungen, wie kurzkettige Fettsäuren, entzündungshemmende und neuroprotektive Wirkungen haben können. Die Förderung nützlicher Darmbakterien kann auch dazu beitragen, die „Durchlässigkeit“ in der Darmbarriere wiederherzustellen, die es Mikroben ansonsten ermöglicht, den Darm zu verlassen und dabei Entzündungen auszulösen. Oder vielleicht beeinflussen Darmmikroben das Immunsystem oder den Schlaf, zwei weitere Bereiche, die eng mit Demenz verbunden sind.
