Autismus und Parkinson: Neue Studien klären den möglichen Zusammenhang

Die Verbindung zwischen Autismus und dem Parkinson-Risiko könnte endlich erklärt sein

Menschen mit Autismus könnten bis zu sechsmal häufiger im späteren Leben an der Parkinson‑Krankheit erkranken. Neue Forschung bietet eine mögliche Erklärung, die auf der Rolle von Transportmolekülen basiert, die ungenutztes Dopamin im Gehirn recyceln.

Dopamin ist ein Neurotransmitter, der entscheidend für die Steuerung von Bewegung und exekutiven Funktionen ist und Verhalten verstärkt. Es ist bekannt, dass Parkinson durch einen Abfall des Dopaminspiegels gekennzeichnet ist, während Störungen im Transport dieser Chemikalie auch mit Autismus in Verbindung gebracht wurden.

Vor diesem Hintergrund haben Forscher unter Leitung eines Teams der University of Missouri in den USA einen neuartigen Ansatz mit einer Technologie namens DaT‑SPECT‑Scan gewählt, die typischerweise dazu verwendet wird, Parkinson bei viel älteren Menschen zu diagnostizieren.

„Es gab frühere Arbeiten, die die Gesamtmenge an Dopamin im Gehirn von Menschen mit Autismus untersucht haben, aber wir haben einen neuen Ansatz verfolgt, indem wir nach Anomalien in Bezug darauf gesucht haben, wie Dopamin in einem bestimmten Teil des Gehirns, den sogenannten Basalganglien, über diese Dopamintransporter verarbeitet wird“, sagt der leitende Autor David Beversdorf, ein Neurologe von der University of Missouri.

Gehirnscans von 12 jungen Erwachsenen mit Autismus im Alter von 18 bis 24 Jahren zeigten bei zwei der 12 Teilnehmer ein abnormales Verhalten der Dopamintransporter, bei weiteren zwei wurden „mögliche Anomalien“ festgestellt. Das bedeutet, dass die Transporter nicht so gleichmäßig abnormal oder asymmetrisch waren, wie erwartet.

Es wurden jedoch keine deutlichen Abnahmen der Konnektivität zwischen Gehirnregionen bei den jungen Erwachsenen festgestellt, die Unregelmäßigkeiten der Dopamintransporter zeigten, im Gegenteil: Tatsächlich gab es eine erhöhte funktionelle Konnektivität zwischen einigen Bereichen bei denen, deren Dopamintransporter nicht auf vollständig standardmäßige Weise funktionierten.

In diesem Stadium ist nicht klar, was diese Veränderungen in der Funktion und Verteilung der Dopamintransporter tatsächlich für das Gehirn bedeuten könnten. Weitere Tests ergaben keine signifikanten Unterschiede in IQ‑ und Tests zu repetitivem Verhalten zwischen denen, deren Scans auf Anomalien hinwiesen, und denen, bei denen dies nicht der Fall war.

Es ist auch viel zu früh, um zu sagen, dass die hier beobachteten Anomalien im Dopamintransport bedeuten, dass diese Personen später Parkinson entwickeln werden. Was diese Studie jedoch zeigt, ist, dass ein signifikanter Faktor, der für die Krankheit relevant ist, Jahrzehnte bevor Parkinson ausbricht, auftreten kann.

„Während der Verlust dieser Dopamintransporter Biomarker für die Parkinson‑Krankheit sein kann, hatte noch nie jemand daran gedacht, sie im Zusammenhang mit jungen Erwachsenen mit Autismus zu untersuchen, also hoffen wir, dass diese Arbeit uns helfen kann zu erforschen, ob es eine potenzielle Verbindung gibt“, sagt Beversdorf.

Es wird viel wissenschaftliche Arbeit geleistet, um frühe Anzeichen von neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer zu finden. Die Hoffnung ist, dass einfachere, schnellere und zuverlässigere Tests entwickelt werden können, um diese Zustände so früh wie möglich zu erkennen.

Dies bedeutet nicht nur, dass Menschen mit höherem Risiko früher vorbeugende Behandlungen oder Maßnahmen beginnen können, sondern es ermöglicht Forschern auch, zu untersuchen, wie diese Krankheiten beginnen und sich entwickeln, was wiederum zu neuen Behandlungsansätzen führen kann.

Nun, da diese DaT‑SPECT‑Scans auch bei jüngeren Menschen ausprobiert wurden, sind die Forscher daran interessiert, diesen möglichen Zusammenhang der Dopamintransporter bei größeren Gruppen von Freiwilligen zu untersuchen, was ihnen viel mehr Daten zur Analyse liefern wird.

„Auch wenn es zu früh ist, um voreilige Schlüsse zu ziehen, hoffen wir, dass unsere Arbeit das Bewusstsein für die Bedeutung der Überwachung der Gehirngesundheit junger Erwachsener mit Autismus im Laufe des Älterwerdens schärft“, sagt Beversdorf.

„Je früher wir diejenigen identifizieren können, die möglicherweise ein größeres Risiko haben, später an der Parkinson‑Krankheit zu erkranken, desto eher können wir über präventive Maßnahmen sprechen, einschließlich der Frage, ob bestimmte Medikamente das Fortschreiten der Krankheit möglicherweise verlangsamen könnten.“

Die Forschung wurde in „Autism Research“ veröffentlicht.

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